Santorini für Individualisten

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Fotografieren und Aquarellieren

Die Kleine Kapelle Theoskepasti am Skarosfelsen (Aquarell)

Fotografieren

Daß man in Santorini fotografieren muß, bis das Objektiv raucht, ist Pflicht! :-) Auch wenn vieles kulissenmäßig arrangiert und für die Touristen fotogerecht aufgebaut wurde, die Caldera, also der Kraterkessel mit dem Vulkan ist es nicht. Dieser ist auf jeden Fall 'natürlicher Herkunft'.
Allerdings ist das Knipsen auf Santorini und in der lichtdurchfluteten Ägäis allgemein nicht ganz einfach. Die Kontraste sind sehr groß und jeder Belichtungsmesser hoffnungslos überfordert.

Filmmaterial:
Ich habe gute Erfahrung mit Farbnegativfilmen gemacht und da bevorzuge ich Fujifilm 100 ASA. Es ist empfehlenswert, einiges an Material mitzunehmen, da auf Santorini meist etwas teurer und manchmal auch schlecht gelagert. Beim Anfertigen von Papierbildern kommt Fujifilm am besten auf Kodakpapier. Fujifilm auf Fujipapier sieht schrecklich unecht aus. Sehr kalt, grün/blaustichig und noch härterer Kontrast. Bei Kodakpapier alles viel natürlicher.

TIP: Am Hauptplatz in Thira z.B., gibt es zwei Fotoläden mit "Stundenservice", also Filmentwicklung innerhalb einer Stunde. Der eine Laden hat Kodakpapier, der andere Fuji (steht, glaub ich, auch draußen dran). Mein Tipp ist also, den ersten Film schnell zu verknipsen, wobei möglichst viele verschiedenartige Motive und Kameraeinstellungen (Belichtungszeit, Blende) gewählt werden sollten. (Aufschreiben!) Diesen Testfilm dann ab ins Labor und anschließend auswerten. So kann nichts mehr schiefgehen.
... denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man nach dem Urlaub erwartungsvoll die entwickelten Bilder abholt und feststellen muß, daß alle falsch belichtet sind...

Kamera:
optimal ist sicherlich eine Spiegelreflexkamera mit einer wahlweisen Blenden- oder Belichtungsautomatik und der Möglichkeit, verschiedene Objektive und Filter aufzuschrauben. Die meisten (und dazu gehöre auch ich:-)) wollen sich aber nicht mit so einem schweren Ungetüm abschleppen und nehmen deshalb lieber eine kleine/leichte Sucherkamera mit auf die Reise. Das ist auch ok, wichtig ist aber, daß der Apparat wenigstens die Einstellung der Blende zuläßt (eventuell genügt auch eine variable Belichtungszeit...?)

Meine Kamera, mit der ich die Bilder in dieser Website gemacht habe, ist eine kleine Rollei 35SE (nur 9 x 6 cm groß) mit einem leichten Weitwinkelobjektiv (40 er). Eigentlich ideal für die meisten Fälle, aber mir fehlte doch sehr oft eine Zoomfunktion.

Einstellung:
Jürgen Burgmer schreibt zum Thema Fotografieren mit hohen Kontrasten:
"Ich fotografiere für Agenturen und Reisemagazine. Bei den hohen Kontrasten auf Santorini sollte man bei meist hellem Vordergrund (halt die typischen weißen kubischen Häuser) nicht abblenden, sondern noch eine Blende aufmachen (d.h. anstatt z.B. Blende 11, besser Blende 8), bei gleicher Zeiteinstellung.
Das liegt daran, daß jeder Belichtungsmesser auf 18% Neutralgrau geeicht ist (ungefähr wie heller Straßenteer). Also mittelt er jedes Bild so, daß es im Durchschnitt eine Helligkeit wie heller Straßenteer hat.
Wenn man nun ohne Korrektur fotografiert, sehen unsere typischen Häuslein nicht weiß, sondern Straßengrau aus, deshalb unbedingt eine sogenante +Belichtungskorrektur durchführen (bei Dia +1/2 bis +1,0 Blenden, bei Negativ darfs etwas gröber sein)."
J.Burgmer@t-online.de (Jürgen Burgmer)

Wer eine Spiegelreflex hat, verwendet bei Farbfilmen am besten einen Polfilter. Für Schwarzweißaufnahmen sind Gelbfilter, Orange- oder sogar Rotfilter zu empfehlen.

Erlaubt / Verboten: Das Filmen und Fotografieren ist bei den Militäranlagen auf dem Profitis Elias und am Flughafen verboten. Ebenso in den Kirchen und Klöstern. In Akrotiri darf man ohne Blitz und Stativ Fotos machen. (Vorher besser um Erlaubnis fragen). Die Ausgrabungsstätte Akrotiri befindet sich unter einer Kunststoffüberdachung, die alles etwas abdunkelt und in ein gelbliches Licht taucht. Bei entsprechender Filmempfindlichkeit könnten die Bilder vielleicht sogar was werden...
Auch in Alt-Thera dürfen weder Blitz noch Stativ verwendet werden. (Alt-Thera ist unter freiem Himmel und daher kein Problem) Das Filmen ist in Akrotiri und Alt-Thera generell nicht erlaubt.
Wer im Archäologischen Museum von Thira fotografieren möchte, muß hierfür ein spezielles Ticket erwerben.



Malen / Aquarellieren


Allgemeines:
Bei den Motiven, dem Licht und den Farben Santorinis gibt es für alle Künstler, ob Profis oder Amateure, kein Halten mehr! An allen Ecken sieht man sie sitzen und den Pinsel schwingen. Die meisten fertigen Aquarelle an; einige nehmen Pastellfarben, nur wenige verwenden Öl. Das Aquarell ist sicher am besten geeignet, denn Wasser hat man immer dabei und das Material (Farbkasten, Pinsel, Block) wiegt nicht viel. Außerdem sind die fertigen Bilder sofort trocken und können ohne zu verschmieren transportiert werden.

Warum malen? Die Malerei hat im Vergleich zum Fotografieren, zumindest auf den lichtintensiven Kykladeninseln, einen entscheidenden Vorteil: sie ermöglicht es, einen wesentlich höheren Kontrastumfang abzubilden, als es ein (Großlabor-entwickeltes) Foto könnte. Das
Aquarell oben z.B. ist als Foto geradezu unbrauchbar, da trotz Blendenmanipulation das Weiß der Kirche alles überstrahlt. Die schwachen Schatten auf dem Tonnengewölbedach sind, bis auf wenige Flecken, nicht im geringsten vorhanden:


So erscheint die kleine Kirche als Foto.


Natürlich ist es nicht jedermanns Sache, in einer belebten Straße zu hocken und sich von allen Vorbeikommenden über die Schulter blicken zu lassen. Andererseits kommt man gerade dort oft auch mit Leuten ins Gespräch, die selbst malen. Und ein wenig Klönschnack unter 'Kollegen' ist sicher immer willkommen...

Die Beschäftigung mit der Malerei hat für viele gerade im Urlaub eine ganz besondere Bedeutung: den meisten geht es gar nicht einmal darum, großartige Gemälde zu erschaffen; Es ist etwas anderes: Die Bilder oder Skizzen sind viel lebendiger, als ein Foto und rufen bei der späteren Betrachtung an der heimischen Wohnzimmerwand eine intensivere und sehr persönliche Erinnerung hervor. Und ganz nebenbei ist das Malen gut zum Relaxen...

Wie:
Ich habe es meist vorgezogen, mit (Skizzen)Block, Bleistift und (Wasser)-Buntstiften bewaffnet, in die Straßen zu gehen, die Szene zu skizzieren und im groben die Farbe anzulegen. Das allein ist schon eine herrlich entspannende (Urlaubs)-Übung, die aber kaum länger als 15-20 min dauern sollte. Zum Abschluß noch ein Foto gemacht, dann auf die (hoffentlich schattige) Hotel-Terrasse gesetzt und die Skizze fertig gemalt, bzw das Bild übertragen auf richtiges Aquarellpapier um dann mit normalen Wasserfarben zu arbeiten.

Bei der Motivwahl ist es sicher gut, wenn man sich am Anfang ersteinmal auf die vorkommenden typischen Strukturen 'einschießt'. Das sind die weißen Häuser und Teppen, die meist nur durch ihren Schatten definiert sind, die rot/schwarzen Felsstrukturen des Kraters, das Wasser, das hier ein ganz besonders tiefes Blau hat usw.
Bloß nicht zuviel Elemente auf die ersten Bilder bringen. Am besten mit Häuserteilen, Treppenteilen, Teilen von Toröffnungen usw. experimentieren. Beim richtigen Bildausschnitt mit lebhaftem Licht-Schattenspiel kann das sehr reizvoll sein. Außerdem sind die Bilder schnell fertig und man hat ein kleines Erfolgserlebnis. Was will man im Urlaub mehr? :-)

Material:
Jeder, der malt, hat seine eigenen Vorlieben. Deshalb richtet sich diese Liste eher an Leute, die sich spontan entschließen, mit dem Aquarellieren (wieder) anzufangen:

Papier:
Aquarellblock 18x24cm (200g-300g) mit feinkörniger Oberfläche zum Skizzieren und/oder Malen.
Aquarellblock 24x30cm (300g) zum Malen. Größere Formate nehme ich ungern mit, da zu sperrig.
Aquarellblock DIN A6. Postkartenformat. Für die etwas anderen Urlaubsgrüße an die Lieben daheim: Malt doch Eure Ansichtskarten einfach selbst...
Pinsel:
Aquarellpinsel in den Größen: 2, 5, 8, 12, evtl. 24
Es gibt kleine Bastmatten, in die man die Pinsel wickeln kann, sodaß sie nach Gebrauch selbst im vollgestopften Rucksack gut trocknen können, ohne zerdrückt zu werden.
Farben:
Aquarellfarben von Schmincke sollen angeblich besonders lichtecht sein. Die Farbtabelle links mit den Farbnummern der Schmincke-Farben repräsentieren schon ganz gut die auf Santorini vorkommenden Töne.
Zubehör:
Schwämmchen zum Papieranfeuchten
weicher Bleistift, Knetgummi (Radiergummi)
Maskiergummi ('Rubbelkrepp'), kleiner alter Billig-Pinsel ca. Nr. 2 zum Auftragen
Aquarellbuntstifte

Links zum Thema Aquarellmalen:
Obwohl auf Santorini wirklich viel gemalt wird, lassen sich nur sehr wenige Seiten mit Santorini-Aqaurellen im Internet finden. Ich plane deshalb eine Santorini- bzw Griechenland-Gemälde-Galerie mit Euren Werken. Wenn Ihr ein schönes sonniges Bild zur Verfügung stellen möchtet, setzt Euch bitte mit mir in
Verbindung. (Idealformat wäre DIN A4, notfalls geht auch A3 zum Einscannen.)

Aquarellmalen - Tips und Tricks

Sally Bookman: Aquarell von Oia
Cecil Herring: Santorini Sunset, (ziemlich weit unten auf der Hauptseite)
Caroline Buchanan´s Aquarellkurse, viele Bilder, meine Lieblingskünstlerin bezügl. Santorini Aquarell


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