Santorin für Individualisten




Traumhochzeit auf Santorini
- Heiraten in vulkanischer Kulisse -

Im folgenden Bericht erfahrt Ihr alles Wissenswerte über die Vorbereitungen für Eure 'Traumhochzeit auf dem Vulkan': die nötigen Papiere und Unterlagen, die Ihr braucht, die Kosten, die '"Tücken" , den Ablauf und vieles mehr.
Aber auch wenn Ihr Euch gerade nicht 'trauen' möchtet, ist die Hochzeits-Geschichte von
Karin Schuler ein interessantes und amüsantes Abbild des griechischen Lebens auf Santorini.

Viel Spaß beim Lesen und ganz herzlichen Dank an Karin!
(Ihre Hochzeit, die sie hier beschreibt, fand im Juli 1999 statt)


"Santorin war einfach phantastisch!!! Was uns erwartet hat, übertraf all unsere Träume. Wir würden am liebsten sofort noch einmal die Koffer packen und Kurs auf Santorin nehmen.
Der Urlaub war einmalig und eine wahrlich romantische Hochzeitsreise. Wir wohnten in Imerovigli und hatten schon jeden Tag beim Frühstück den grossartigen Caldera-Blick.

Griechische Telefonkarte mit einem Motiv passend zum Thema...

Mit unserer Hochzeit klappte alles wunderbar. Ich hatte schon vorher per Fax Kontakt mit dem Standesamt in Fira aufgenommen. Der zuständige Standesbeamte heisst John Kavallaris, er hatte mir zurückgefaxt, dass keine Terminfestsetzung vorher nötig wäre, wir sollten ihn nur zu Beginn unseres Urlaubs aufsuchen, dann könnte alles weitere an Ort und Stelle vereinbart werden. Die nötigen Dokumente hatten wir bereit: jeweils Original und Griechische Übersetzungen der Staatsbürgerschaftsnachweise und Geburtsurkunden beider Partner (Die Übersetzung und gleichzeitige Beglaubigung hat das Griechische Konsulat in Salzburg innerhalb einer Woche erledigt; kostete 550 ATS je Dokument), dann braucht man ein "Ehefähigkeitszeugnis" (erhältlich beim Wohnsitzstandesamt, dieses Dokument ist bereits mehrsprachig,es erlaubt eine Heirat wo immer man will, und ist 6 Monate gültig, muss ebenfalls vom Griechischen Konsulat abgestempelt sein).


Die Kapelle Santa Irini

Wir gingen also gleich am Montag nach unserer Ankunft auf die Suche nach dem Gemeindeamt in Fira, schliesslich fanden wir es auch: es befindet sich im ersten Stock des Gebäudes der Cable Car-Bergstation. Der Weg dorthin war also von allen Seiten her gut beschildert. Herr Kavallaris sitzt in einem "Durchgangsbüro", andauernd gehen Leute ins Zimmer des Bürgermeisters durch und treten ein ohne Anklopfen, oder das Telefon klingelte. Wir fragten uns, wie die dort arbeitenden Leute das den ganzen Tag aushalten können. Zumindest arbeiten sie nur bis 15.00 Uhr! Er sah sich die mitgebrachten Dokumente an, auch unsere Pässe wollte er sehen. Dann nahm er ein Protokoll auf, wo die Geburtsorte, Namen unserer Eltern usw. eingetragen wurden. Herr Kavallaris hat übrigens ein gutes Englisch, was auch daran erkenntlich ist, dass er seinen Namen bereits mit "John" angibt. Auf der Visitenkarte, die er uns gab, steht vorn in griechischer Schreibweise Joannis, hinten auf englisch John. Er wollte dann noch wissen, wo wir die Trauung haben wollten. Wir wussten aus seinem vorherigen Fax, dass die Durchführung der Trauung im Standesamt ("Townhall") 200 USD kosten wuerde, ausserhalb je nach Ort und Uhrzeit (z.B. bei Sonnenuntergang) 300 USD. Er war enttäuscht, als wir uns für eine Zeremonie im Standesamt entschieden. Er zeigte uns den Saal, der unter Tags mit einer Konferenz belegt war. Dann fragte er noch, ob wir selbst Trauzeugen hätten. Da wir dies verneinten, bot er an, zwei Zeugen zur Verfügung zu stellen. Er hätte uns auch noch Blumenschmuck und einen Profifotografen angeboten, doch das wollten wir nicht. Die Hochzeit sollte möglichst schlicht sein. Der Termin wurde für Donnerstag, 17 Uhr vereinbart.

Ja - hier läßt es sich heiraten...

Blick vom Balkon der kleinen Kapelle Santa Irini

Am Abend sagte Roman zu mir, und ich hatte mir schon den ganzen Tag das gleiche gedacht: "Warum in diesem hässlichen Trausaal heiraten, wenn wir doch mit dieser wunderschönen Insel die herrlichste Kulisse zur Verfügung haben?" Also gingen wir am nächsten Tag nochmals zu John und baten ihn, uns "seinen Platz" (wie er es nannte) zu beschreiben. Er zeichnete uns den Weg auf: es ist ein kleines Kirchlein (Santa Irini), das sich auf der Strasse von Fira Richtung Athinios (= die lange Gerade), ca. 300 m nach dem Hotel Volcano's View, direkt am Caldera Rand befindet. Von der Strasse aus ist nur das weisse gemauerte Kreuz der Kirche zu sehen, man geht einige Stufen hinunter, dort gibt es einen kleinen Vorsprung mit einem steinernen Altar. Der Blick geht links und rechts auf gewaltige Bimssteinwände, und tief drunten auf die Vulkaninseln. Das sollte also unser Schauplatz sein.
John war begeistert, dass wir es doch dort machen wollten. Die Uhrzeit wurde auf 19.30 geändert, da es unter Tags viel zu heiss gewesen wäre.

Die Hochzeit selbst war, wie wir es uns gewünscht hatten, ganz schlicht. Nur der Standesbeamte und wir beide. Das Zeremoniell war in Griechisch, jeder Satz wurde in Englisch wiederholt. Zum Schluss mussten beide Partner einen Absatz in Englisch vom Blatt lesen, dann noch einmal beim Ringwechsel. (Die Ringe haben wir übrigens auch in Fira gekauft, würde ich jedem empfehlen, der Schmuck ist dort um einiges billiger als bei uns! Wenn das passende nicht lagernd ist, fertigen sie es innerhalb von zwei Tagen an - so war es beim Männerring).
Die Trauzeugen waren ein altes Ehepaar (das kein Wort Englisch sprach), das die Kirche Santa Irini betreut. Sie waren sehr herzlich, freuten sich mit uns, und waren stolz, unterschreiben zu dürfen.
Übrigens war unsere Hochzeit Anfang Juli bereits die 20., die Herr Kavallaris in diesem Jahr mit Ausländern hatte.


Die frischgebackenen Eheleute
Karin und Roman Schuler
auf dem Balkon der kleinen Kapelle Santa Irini

Am nächsten Tag holten wir unsere Hochzeitsurkunde ab. Sie ist natürlich in Griechisch und muss nun wieder ins Deutsche übersetzt werden. Dann verlangte John Kavallaris seine "Gebühren". Er wollte das Geld in Dollar, aber wir hatten nur Drachmen, und da weder er noch wir den aktuellen Kurs kannten, gab er sich dann mit 60.000 Drachmen zufrieden. Also, diese Sache mit der Geldübergabe hat mich im Nachhinein etwas geärgert. Aber, was soll's.

Es war wunderschön und romantischer, als es je eine Hochzeit zu Hause hätte sein können."



Karin Schuler, Innsbruck


Das © Copyright für alle Fotos dieser Seite
liegt bei Karin und Roman Schuler Innsbruck/Austria 1999


Honeymoon-Packages (engl.)
Noch eins (engl.)

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