Oia ist das größte Dorf im Norden der Insel (ca. 450 Einwohner). Das letzte
große Erdbeben 1956 hat dem Ort ziemlich zugesetzt: Häuser sind zusammengefallen, einige von ihnen teilweise
in den Krater gerutscht, andere zeigen noch heute deutliche Risse in den Wänden. Auch die kleine Kirche
an der Landspitze hat es böse erwischt.
In den 70er Jahren erst hat man mit den Renovierungsarbeiten begonnen. Heute ist Oia der schönste Ort der
Insel. Viele der alten Höhlenwohnungen sind wunderschön restauriert und zu Hotels oder Pensionen umfunktioniert.
Die meisten der am Steilhang klebenden weißen Häuser werden vermietet. (Allerdings ist das einzigartige
Vergnügen, aus dem Hotel-Bett in die Caldera zu blicken, nicht ganz billig....)
Der vor dem Erdbeben vorherrschende klassizistische Baustil ist nun weitgehend von kubisch-kykladischem Baustil,
allerdings in sehr fantasievoller Weise, abgelöst worden. Einige neoklassizistische Ruinen, aber auch einige
intakte alte Herrenhäuser dieses Baustils sind noch zu sehen.
Die Kykladen - Inseln des Lichts.
Diese etwas pathetische Aussage findet man sehr oft in Reiseprospekten oder Reiseführern.
Wenn es einen Ort gibt, auf den dies aber wirklich zutrifft, dann ist das Santorini und dort besonders Oia (oder
auch IA). Was für ein wunderschönes Dorf! Alles wirkt luftig, leicht und heiter. Die vorherrschenden
Farben sind weiß, hellblau und dunkelgelb. Die Wände sind mit kleinen Steinen verziert, die Straßen
mit Marmorplatten belegt und mit Blumen geschmückt. Der Hauptplatz von Oia ist eine Art riesiger Aussichtsbalkon
auf Caldera, Vulkan und Meer.
Viele kleine Geschäfte mit Textilien, Modeschmuck, Antiquitäten, Lederwaren etc. laden ein zum stöbern
und bummeln. Es gibt auch eine große Anzahl Galerien, in denen die Künstler meist selbst anzutreffen
sind und ihre Santorini-Aquarelle und Ölbilder verkaufen. Viele Sachen davon sind wirklich sehr gekonnt, manche
auch gekonnt kitschig... (über Kunst läßt sich natürlich nicht streiten.). Eine Unmenge an
Cafes und Restaurants machen Appetit auf Frühstück mit Calderablick.
Oia ist wunderbar am Morgen. Aber ab Mittag läßt die Wirkung langsam nach, wenn sich zu viele Touristen
drängeln und die Sonne brennt... Alles in allem aber hebt sich Oia in Sachen Athmosphäre und Flair weit
ab von Orten wie Thira, Kamari oder Perissa. Verpaßt in Oia nicht, an dem allabendlichen Sonnenuntergangs-Spektakel
teilzunehmen. Von Thira aus z.B kann man eine Bus-Tour buchen. Dann geht es die 10 km mit dem Bus nach Oia (eine
super Strecke übrigens, die man unbedingt auch mal mit dem Motorrad abfahren sollte) und man trifft sich mit
vielen anderen, um den Sonnenuntergang zu celebrieren. Wenn die Sonne dann im Meer versunken ist, gibt´s
Applaus! Wirklich was für Genießer... !