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Die Souvlaki-Saga

Die nackte Wahrheit
über Gyros & Souvlaki!
von Uli Hinze
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In Kamari
gibts einige "Imbissstände", von denen einer "Souvlaki Stop" heißt. Und in
diesem Jahr (1999) hab ich den großen Imbisstest gemacht, d. h. ich hab versucht, sie alle auszuprobieren.
U. a. weil es in den Tavernen kaum noch "griechische" Küche gibt.
Nun wollte ich im o. g. Souvlaki Stop Souvlaki essen und hab den Laden zu diesem Zwecke betreten.
Auf meine Nachfrage, ob sie denn Souvlaki hätten, antwortete mir die reizende, aus Kalifornien stammende und
seit 12 Jahren auf Santorin lebende Besitzerin, sie hätten keine. Warum denn der Laden dann Souvlaki Stop
hiesse, wollte ich wissen. Da meinte sie, das käme darauf an, was ich unter Souvlaki verstünde. Das erklärte
ich ihr - Fleischstücke auf kleinen Spiessen vom Grill - und sie lächelte ... wohlwollend.
"Armer Tourist, unwissender" war in ihrem Gesicht zu lesen. Daraufhin erklärte sie mir, daß
man in weiten Teilen Griechenlands eine andere Definition dafür hat. Nämlich Fleisch vom Spiess mit Pommes,
Zaziki, Tomaten und Zwiebeln in der Pita. Nun war meine Verwirrung komplett, mein Weltverständnis vollkommen
ruiniert. "Das ist doch Gyros" gab ich zu Bedenken. "Ja, schon" lächelte sie mir entgegen.
Noch immer wohlwollend. "So kann man das auch bezeichnen." Völlig verwirrt bestellte ich dann eine
"gyros plate", die meine Erwartungen indes weit übertraf.
Kurz darauf erklärte mir einer unserer griechischen Freunde, er könne sich nicht erinnern, daß
es in seiner Schulzeit in Athen - was wohl auch schon einige Jahre her sein muß - Gyros-Buden gegeben hätte.
Souvlaki sehr wohl. Und dann wurde das Rätsel gelöst: Souvla heißt der Spiess, an dem das Fleisch
gebraten wird. Klassisch in horizontaler Lage, nicht vertikal wie heute. Souvlaki ist demzufolge der kleine Spiess,
mit kleinen Fleischstückchen auf dem Grill direkt gebraten.
Was lernen wir daraus: Die Bezeichnung der Speise ändert sich von der Zubereitung zur Darreichung.
Am vertikalen Spiess wird sie heute Gyros genannt, bis sie in die Pita wandert. Dann wird daraus auf wundersame
Weise Souvlaki. Aber wir sollten beim heimischen Griechen besser nicht probieren, mit unserem enormen Fachwissen
zu protzen. Das geht sicher in die Hose. Und dann heißt es wieder: Bringt
mal die Eselskappe für den Herren/die Dame!
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